Tagessatzkalkulation für FreelancerInnen

Hier habe hier eine Tagessatzkalkulation, für Interessierte und KollegInnen. Die Rückwärtskalkulation (retrograd) vom gewünschten Tagessatz hin zum monatlichen Verdienst, die progressive Kalkulation vom Verdienst hin zum resultierenden Tagessatz.

Als erstes sollte man wissen, welche Fixkosten man im Monat hat. Diese ermitteln wir zuerst und nehmen dazu alle privaten und betrieblichen Kosten zusammen.

Fixkosten

In diesem Beispiel liege ich knapp bei 1400,- im Monat, die ich erstmal erarbeiten muss. In den Fixkosten enthalten sind auch Spareinlagen, falls eure Waschmaschine mal den Geist aufgibt und ihr eine neue benötigt.

Wie viele Tage im Jahr kann ich überhaupt arbeiten?

Nach Abzug aller Feiertage, Wochenenden, Krankheitstage und Weiterbildungszeiten, können wir bei einer monatlichen Arbeitsauslastung von Zweidritteln in der Regel nicht mehr als 12 Tage produktiv im Monat arbeiten.

Somit haben wir nun die Grundlage für die Kalkulation. An dieser Stelle kurz nochmal ein cooler Artikel zur Tagessatzkalkulation vom Production Partner.

Wenn ich, wie in Berlin üblich, für 250,- am Tag (8 std.) einen Job übernehme und das zwölf Tage lang mache, dann hätte ich bei einem Gewinnaufschlag von 12,5% und Abzug meiner Fixkosten ein vergleichbares Gehalt von ca. 880,-. 😉 Es ist hoffentlich jedem klar, dass man für ein Gehalt von knapp 900,- nicht wirklich mit dem Mors anne Wand kommt und keine Rücklagen bilden kann. In diesen Covid-19 Zeiten sieht man das ganz extrem, welche Auswirkungen es hat, wenn Gewinn maximiert wird auf Kosten der Fachkräfte. Bei den meisten meiner KollegInnen halten die Rücklagen maximal für zwei Monate.

Nun sind wir Freelancer ja nun maßgeblich für den Erfolg von Veranstaltungen verantwortlich, wenn man den Ausführungen mancher Rentalcompanies glauben mag.  Die Auftraggebenden aus der Industrie (Roche, BMW, Siemens, etc.) sind sehr wohl bereit einen Tagessatz zu zahlen, wie ihn der Branchenverband VPLT vorschlägt. Die meisten Budgetverantwortlichen kennen gar keine günstigeren Kurse.

Ladet euch mal die angehängte Calc-Datei runter (lässt sich auch in Excel öffnen) und kalkuliert mal ein wenig herum und falls euch was dazu einfällt, dann bitte ich um einen Austausch hier in den Kommentaren.

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